2. Vilnius-Touren, Ausflug zum Liepkalnis 11.-13.12.2014

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Florian86
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2. Vilnius-Touren, Ausflug zum Liepkalnis 11.-13.12.2014

Beitragvon Florian86 » 17.12.2015 - 21:10

Bei der Buchung wurden wir gefragt, ob wir ein renoviertes oder ein unrenoviertes Zimmer wollen. Mir war es egal, aber ich hab auch kein Problem damit, weniger zu zahlen, also entschied ich mich für das unrenovierte Zimmer, v.a. da der Preisunterschied als ich noch alleine war doch vergleichsweise groß war.
Normalerweise gibt es ein Zweier- und ein Dreierzimmer, die sich einen Vorraum und ein Bad (Dusche + Waschbecken) sowie eine extra Toilette teilen. Außerdem gibt’s noch höherwertige Doppel- und Einzelzimmer, teilweise auch mit einer Art Wohnzimmer.
Nun ja: mein Mitreisender wollte allerdings schon lieber eine Dusche haben als eine Badewanne. Erstere gab es nicht im unrenovierten Zimmer. Deshalb versuchte ich dann noch zu switchen, was ab Freitag, 12. Dezember, dann auch möglich war.
Ich jedenfalls fand das Sowjetzimmer, welches sogar ein eigenes Bad hatte, kultig und wär auch die ganze Zeit da geblieben.
Hier der Blick aus dem Fenster:
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Das Schlafzimmer war teilweise renoviert, also die Betten und Matratzen waren neu, so wie in den renovierten Zimmern, Teppich und Tapete weniger.
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Auch Flurtapete und Boden hatte schon bessere Zeiten gesehn hatten, fand ich irgendwie kultig.
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Die Sanitäranlagen sind natürlich auch nicht auf dem neuesten Stand, aber was solls.
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Besonders den Schwenkhebel für Badewanne und Waschbecken fand ich toll. Ich kann aber auch verstehen, dass man, wenn man 1m90 groß ist, nicht so gern solch eine Badewanne benutzt, ich bin eher klein, deswegen wars mir recht egal.
Ich muss aber auch dazu sagen: ich kannte bisher nur die renovierten Zimmer, während Gerrit beides kannte, aber auch dachte, dass vielleicht das Bad renoviert wäre und der Rest vom Zimmer nicht.

Nach den Fotos im Zimmer gings zu einem kleinen Stadtspaziergang. Die Schlange, die sonst immer vor der weißrussischen Botschaft steht, war an diesem Tag irgendwie nicht da.
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Im Skonis ir kvapas, einem sehr gemütlichen Teecafé mit offenem Kamin und guten Essen, ließ ich mir dann Tee und Pfannkuchen mit Spinat und Gorgonzola schmecken.
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Das konnte ich dann hinterher sogar noch einer litauischen Freundin zeigen, die ganz begeistert war, da sie dieses Café, was sich in einem Hinterhof versteckt, noch nicht kannte.

Kurz danach sollte ich auch schon Gerrit treffen. Außerdem fing so langsam das „große Treffen mit vielen Bekannten an“ - auch wenn viele aus finanziellen Gründen ins Ausland gezogen sind.
Aber zuerst gabs ein Essen bei Forest, einer Restaurantkette, die in viele Čili kaimas (= Chili Dorf, es gibt aber auch noch Čili pica = Pizza, Čili Kinija = China und Čili kava = Kaffee) Filialen eingezogen ist. Anscheinend ist das alte Konzept nicht mehr hip genug. Schade eigentlich, denn man bekam vorher solides litauisches Essen zu annehmbaren Preisen, mittlerweile gibt’s dort eher Steak und Burger. Dort trafen wir nach dem ersten Besuch noch einen Freund auf ein, zwei Bier: also erstmal raus, um dann gemeinsam zu beschließen, dort wieder hinzugehen. Am Abend gingen wir dann ins neue Šnekutis, welches von einem anderen Freund als ganz toll beworben wurde, nicht so klein wie das alte in der Nähe vom Bahnhof. Šnekutis ist geradezu eine Insitution, denn es ist früher fast die einzige Kneipe gewesen, in der man „gyvas, kaimiškas alus“ (lebendiges, dörfliches Bier) bekommen hat. Also ein Gegensatz zu den paar wenigen einheimischen (auch lecker...) und vielen ausländischen Industriebieren, die fast jede Kneipe ausschenkt.
Der Abend ging dann irgendwie doch recht lang, und wir besuchten noch MyBar und trafen dort zufällig einen Bekannten, den wir sicher zwei Jahre nicht gesehen hatten.
Auf dem Heimweg bekam ich dann noch Blumen vom Blumenmarkt, der mitten in der Nacht noch offen hatte, von Gerrit geschenkt, irgendwie wusste ich das aber nicht wirklich zu schätzen.

Am nächsten Tag kam aber die Ernüchterung: schlafen bis es schon fast wieder dunkel war, wobei Gerrit wirklich gar nicht aus dem Bett zu kriegen war. Dies zog sich bei ihm leider durch den ganzen Urlaub, aber es gab gute Gründe, wie ich hinterher erfuhr. An diesem Tag war ich aber auch noch sehr müde von dem vielen Reisen und dem abends lange wegbleiben.
Nun ja: der Tag verlief dann irgendwie ähnlich, was essen, ne Freundin dort treffen, bisschen durch die Stadt laufen und abends andere Freunde treffen und mit denen weggehen und neue Leute kennen lernen. Klingt nicht so spannend, aber andererseits ists ja auch schön, wenn man eine Stadt so gut kennt (hab ja 2009 für 6 Monate dort gelebt), dass man gar nicht mehr das Bedürfnis hat, so viel anzuschaun, und man sich einfach wie zu Hause fühlt.
Wobei natürlich der musikalische Weihnachtsbaum am Rathausplatz schon eine echte Augenweide ist.
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Am Samstag wollt ich dann aber irgendwie doch tagsüber etwas unternehmen und schlug ein Besuch im Eisenbahnmuseum vor, wo ich vorher noch nicht war Wieder war es schwierig, Gerrit aus dem Bett zu kriegen, aber letzten Endes zog dann mein Einwand, dass das Museum ja um 16h schließe und es an den anderen Tagen ganz zu war: Dienstag früh sollte es nämlich zurück gehen und Sonntag und Montag war das Museum geschlossen. Außerdem noch an gesetzlichen Feiertagen (wer denkt sich sowas aus???).

Das Museum gefiel mir aber ausgesprochen gut, es war recht groß (das alte hatte ich nur von außen gesehen und es war winzig). Nur leider hat im Winter die Außenausstellung zu, muss ich im Sommer mal wieder kommen.
Hier Schild und Fahrplan des ersten internationalen Zuges des unabhängigen Litauens von Suwałki in Polen nach Šeštokai in Litauen.
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Diverse Lampen und Uniformen gabs auch.
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Weichen in groß und klein
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Auch ältere deutsche Schilder waren vorhanden.
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Mit diesen sogenannten Tokens hat der Lokführer früher die Erlaubnis bekommen, in einen bestimmten, eingleisigen Blockabschnitt (z.B. zwischen zwei Bahnhöfen) einzufahren. Nach dem Räumen der Blockstrecke musste der Token wieder zurückgegeben werden.
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Und eine frühe Anzeigetafel war auch zu sehn.
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Im Museumsshop konnte man sich dann noch mit Info-Flyern zur geplanten und teils schon in Bau befindlichen Rail Baltica (Verbindung Polen – Litauen – Lettland – Estland in Normalspur) eindecken.
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Außerdem gabs den Geschäftsbericht zum Mitnehmen und eine Karte des Eisenbahnnetztes zu kaufen, welche mittlerweile in meinem Zimmer hängt.
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Irgendwie muss ich wohl beiläufig erwähnt haben, dass ich gerne in diesem Urlaub ebenfalls auf den Liepkalnis (Lindenberg) Skifahren gehen will, auch weil ich wusste dass sie dort seit meinem letzten Besuch viele neue Lifte gebaut hatten. Also machten wir einen Spaziergang dorthin, ca 3,5km vom Bahnhof aus – einfach um das Ganze erstmal anzuschaun.
Oben stoch erstmal die (überbelichtete) Air Lituanica Werbung entgegen, man könne ja auch zum Skifahren in die Alpen nach München mit ihnen fliegen.
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Bevor ich jedoch weiter mach, bezieh ich mich noch kurz auf den Pistenplan, sodass ich die Lifte besser beschreiben kann.
Als erstes der Blick in Richtung Lifte 1 und 2, etwas oberhalb vom Ausstieg von Lift 3 und dann bin ich noch ein Stückchen vorgelaufen, sodass man mehr Piste sieht.
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Nun die Bergstation und Totale von Lift 3.
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Die Piste zwischen Nordlift (Šiaurinis) , einem der 2 Bügellifte und Nr. 3 hat ein ganz nettes Gefälle.
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Die Umlenkrolle vom Nordlift sowie die der Tellerlifte 5 + 6 hab ich auch abgelichtet.
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Ostlift (Rytinis, ganz rechts) und dazu nochmal Nordlift aus verschiedenen Perspektiven.
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Der Ostlift war aber noch nicht aufgebügelt.
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Zwischen Ostlift und den Liften 5 + 6 war es noch recht aper.
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Die Aussicht gefiel mir ausgesprochen gut, so oberhalb einer beleuchteten Stadt, in echt ists sogar noch schöner als auf dem Foto...
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Mein erster Eindruck der Neuheiten war sehr gut, alles zwar Einheitstellerlifte, aber man hat die Pisten ordentlich umgebaut im Vergleich zu früher und dementsprechend verteilen sich die Leute wohl besser.

Aber auch das ist leider Litauen – Radweg aus der schlammigen Wiese heraus.
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Auf dem Rückweg konnt ich noch ein paar Seitenblicke auf das Skigebiet, ganz von Westen her erhaschen, also bei der blauen Piste 1 im Pistenplan.
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Auf ganz natürliche Weise (immer geradeaus...) landeten wir also am Rathaus, welches man schräg hinter dem Weihnachtsbaum sieht.
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Auch der Präsident(inn)en-Palast war festlich geschmückt...
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...und auch auf dem Kathedralenplatz hat man sich nicht lumplen lassen.
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Dort befand sich dann auch ein Weihnachtsmarkt, was eher nicht traditionell litauisch ist. Deswegen wird man auch über dem Eingang zum Markt aufgefordert: „Finde das echte Weihnachten!“
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Abschließend für mich ein eher trauriges Bild, was aber sehr bezeichnend ist, denn in dem Gebäude befand sich früher unsere Lieblings-Vinothek, die aber leider zugemacht hat.
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Was hatten wir für schöne Momente dort, und was gab es neben gutem Wein auch tolle italienische Antipasti zu essen. Außerdem waren die Bedienungen supernett und es war klein und gemütlich, irgendwie was Besonderes.
Eine Zeitlang gab es auch zwei Filialen dieser Vinothek, und die zweite, neuere besteht auch noch weiterhin. Es ist aber nun keine Vinothek mehr sondern eher eine normale Kneipe mit Bier und anderen Mischgetränken. Auf Nachfrage bekommt man zwar auch den selben Hauswein wie früher, aber der Flair ist dennoch nicht mehr der selbe. Wobei es trotzdem eher eine der besseren Bars ist, also das Publikum ist jung und sympathisch, es war viel los, usw.
Wenn es die einzige Kneipe wär, wäre das ja zu verschmerzen gewesen. Aber mir fallen auf Anhieb noch mindestens drei weitere ehemals richtig tolle Bars und Restaurants ein, die nicht mehr bestehen. Da lob ich mir doch eine gewisse Beständigkeit in Deutschland.
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Re: 2. Vilnius-Touren, Ausflug zum Liepkalnis 11.-13.12.2014

Beitragvon Petz » 22.12.2015 - 22:30

Ich glaub ich brauch ne zweite Brille - ein Stemagschlepper in Litauen...:gruebel:...das kann normalerweise nur eine Gebrauchtanlage sein.
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