Ich weiss nicht so genau, wie vovo und münchner auf den Titel "Hoher Besuch" gekommen sind, die Bergstationen der Winklmoossesselbahn und Predigtstuhlbahn liegen doch lediglich auf 1620m bzw. 1583m?! Mir wären da eher zwei andere Titel in den Sinn gekommen:
Winklmoosalm & Predigtstuhl | 06.08.2011 | Dem Gewitter von der Schippe gehüpft
(dazu später im Text mehr)
oder
Winklmoosalm & Predigtstuhl | 06.08.2011 | Jung, sexy und erfolgreich
(wobei sich "jung" natürlich nur auf mich beziehen kann, auch wenn sich dadurch der Esel zuerst nennt...)
Wie dem auch sei, eine gemeinsame Tour war von langer Hand geplant, der Urlaub gebucht und aufgrund von vovos und münchners Sommerschitrip schnell klar, dass nur dieser eine Samstag in Frage kommen würde. Fast die gesamte Woche über versprach die Wettervorhersage verschiedener Plattformen für diesen Tag heftige Gewitter, durchgehend Regen und damit schlechte Karten für jedwege Liftfahrt. Dann am Freitag wurde die so sehr zuverlässige Vorhersage auf Sonne satt und Gewitter ab 15Uhr korrigiert, letztlich blieb es bis zum Abend bei fast zu heißen Temperaturen trocken. Zumindest konnte uns das Gewitter so nicht direkt den Tag versauen!
Um den Tag voll nutzen zu können, wurde zu einer unchristlichen Zeit ein Treffpunkt am Wolfsberglift vereinbart (wo sonst könnten sich drei Personen mit dem geteilten Interessen treffen?). Auf der Fahrt zum Treffpunkt rief mich seilbahner an und berichtete, dass in der Nacht zuvor ein heftiges Unwetter auf der Winklmoos getobt und die komplette Stromversorgung lahm gelegt hatte, einschließlich ESL natürlich. Die Dauer des Ausfalles war zu diesem Zeitpunkt noch ungewiss und die seilbahner'sche Liftführung fiel damit natürlich auch ins Wasser... Würde uns das Wetter nun doch einen Strich durch die Rechnung machen, obwohl es trocken war? Ich fuhr also mit 2 unguten Gefühlen zum Treffpunkt: zum Einen war ich gerade zum Überbringer der Hiobsbotschaft geworden, zum Anderen fürchtete ich mich vor den höhnischen und peinlichen Kommentaren die ich aus München erwartete, fuhr ich doch mit meinem kleinen Bochumer Opel vor. Immerhin letzteres blieb mir aufgrund widriger Umstände an einer Starnberger Garage erspart!
^Morgendlicher Treffpunkt am Wolfsberglift.^
Der Bochumer Opel wurde sicher geparkt und das Gepäck in das Münchner Vehikel umgeladen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde (dieses Spiel, bei dem man im Kreis sitzt und sich gegenseitig einen kleinen Ball zuwirft) wurde entschieden, trotz der schlechten Nachrichten zur Winklmoos zu fahren und vor Ort dann weiterzuentscheiden. Für den Nachmittag wollten wir uns dann spontan etwas überlegen.
^Ankunft auf der Winklmoos, der erste Gang führte uns zur Talstation der Roßalmbahn, deren Untergeschoß in der Nacht zuvor abgesoffen war. Es wurde emsig gewerkelt, seilbahner trafen wir aber noch nicht an.^
^Nix Gewitter!^
^Neues DM-Graffl^
^Ehem. Ausstieg des Illmauerlifts rechts der Tanne.^
^v.l.n.r.: lsap Illmauerlift (Bj. 1971), Roßalmlift I (Bj. 1971), Roßalmbahn (Bj. 2004), Zubringer Seegatterl-Winklmoos (Bj. 2009)^
^Zunächst wollten wir unser Glück am ESL versuchen, nach einiger Zeit wurde aber erkennbar, dass noch kein Betrieb war.^
^An der Talstation fand so eine Art Versammlung aller Winklmoos'er statt und es wurden (wie auf dem Dorf) Neuigkeiten ausgetauscht
^Da keine Straße bis zur Bergstation führt, muss alles, was oben in der Gastronomie (kleine Speisekarte) benötigt wird mit dem Lift nach oben gebracht werden. Die Wirtin stand also mit uns an der Talstation und konnte oben nicht öffnen, der Strom wird ja auch durch einen kleinen Generator an der Umlenkung oben gewonnen.^
^Das Gute an der Situation war, dass wir ungestört den Antrieb unter die Lupe nehmen konnten, die Liftler waren mit ihrem Geschimpfe ob des Stromausfalles beschäftigt
^Antriebsspannwagen à la Pohlig
^Originalteile, die seit 59 Jahren halten.^
^Die liftworld-Angabe (1952) beißt sich mit dieser Angabe, vllt wurde die Anlage 1959 von PHB generalüberholt?^
^Jetzt war guter Rat teuer: laut Auskunft der Winklmoosgemeinde an der Talstation war ein Betrieb erst ab 13 Uhr erwartet, wir hatten es aber erst etwa halb 11. Für das erste Bier war es uns noch dezent zu früh, daher versuchten wir erneut seilbahner an der Roßalm zu finden. Unterwegs gabs einen kleinen Fotostop an der ehem. Talstation des Illmauerlifts.^
^Roßalmlift und -bahn.^
^Neuer (und eigentlich auch wirklich praktischer) Zubringer von Seegatterl.^
^Um diese eine Fachwerkstütze gab es doch seinerzeit eine größere Diskussion?
^Tatsächlich trafen wir auf seilbahner, der aber arg im Stress war. Um die Zeit zu überbrücken ging es dann zum Zigeuner-Kurvenlift.^
^Zur Talstation ging es nicht.^
^Da ist ein 'Schratz' wohl wieder so lang aus der Spur gefahren, bis ihm der Bügel auf den Kopf gefallen ist...^
^An diesem Weg begann der "Aufstieg".^
^Wenn man im Winter gemütlich nach oben gezogen wird, merkt man garnicht, wie steil diese Trassen eigentlich sind. Ich bin jedenfalls mächtig ins schwitzen gekommen!^
^Nette Stimmung, nicht nachbearbeitet.^
^Eine riesige Konstruktion ist das!^
^Umlenkung an der Kurve.^
^Wie schon von vovo zugegeben machten wir nun den Fehler, über die Piste zurück zur Roßalm zu laufen. Da hat die Winklmoos ihrem Namen alle Ehre gemacht... Nach ein paar Minuten waren so zwei nasse Füße bei dem heißen Wetter aber auch eine angenehme Kühlung!^
^Roßalm und Steinplatte im Hintergrund.^
^Kein Wunder, dass das Untergeschoß vollgelaufen ist, wenn man sich die Lage der Station mal anschaut.^
^Welche Stütze ist höher?
^Talstation des Kurzbüglers mit Dieselantrieb.^
^Dieselantrieb^
^Schön eingehauste Talstation der Roßalmbahn.^
^Etwa gegen 12 Uhr hatte seilbahner dann die gute Nachricht, dass der ESL mittlerweile in Betrieb war.^
^Auffahrt. Die folgenden Bilder werden dem ein oder anderen als gecovertes Cover eines Covers vorkommen.^
^Ich hab versucht mich dieses Jahr mit den Bildern zurückzuhalten, ehrlich!^
^Blick zurück.^
^An dieser Stelle blieb der Lift für etwa 3 Minuten stehen, ein paar Witzbolde riefen, dass nun der Strom aufgebraucht sei... münchner wäre bei einer Evakuierung zumindest weich gelandet.^
^Oben war einiges los.^
^Gebiet Winklmoos und Steinplatte.^
^Umlenkung mit Generator.^
^In der kurzen Bierpause, in der ich auch gelernt habe, dass nicht jeder Bayer zwangsläufig Weißbier mag, konnten die nassen Socken etwas trocknen. So schlimm kanns nicht gerochen haben, wenn sich ein Schmetterling draufsetzt oder? Das Essen von der kleinen Karte da oben kann man empfehlen, auch wenn münchner sein Wiener Schnitzel nicht bekommen hat
^Eines meiner Lieblingsmotive dort oben!^
^Und weil es so kultig ist noch mit Schild und Liftler.^
^Talfahrt^
^Der wackelige Niederhalter.^
^Wie im Jahr zuvor hatten wir oben soviel verputzt, dass prompt Nachschub hochgeschickt werden musste!^
^Die Talstation ist fast erreicht.^
Für den spontanen Nachmittag wurde der Predigtstuhl ausgesucht. Keiner von uns war bisher oben gewesen, die tollen Berichte von darkstar sind seit einem halben Jahr im virtuellen Papierkorb verschwunden und von der Anfahrt her bot es sich von Seegatterl aus auch an. Zu dem Schleicher, den wir die nächsten 6 km vor uns hatten sag ich besser nichts, das Kennzeichen MK kommt nämlich aus NRW...
^Die Bahn fährt halbstündlich und wir kamen etwa um 14.55 an der Talstation an. Praktischerweise war der Parkscheinautomat am Parkplatz defekt und wir kamen problemlos in die nächste Gondel.^
^Ich find diese Modelle super, am Rauschberg und Hochfelln hat es sowas auch noch.^
^Wir hatten nicht nur die Gondel um 15 Uhr bekommen, sondern ich konnte mich auch noch am großzügigen Studentennachlass von ganzen 0,50€ erfreuen!^
^Den Fensterplatz hatte ich bekommen, nur nicht in Fahrtrichtung. Dafür waren die Kinder in der Gondel sehr gut erzogen und machten auch mal ohne Ellenbogeneinsatz Platz zum Fotografieren!^
^Die Bahn hat wirklich eine spektakuläre Trasse und wenn man dann bedenkt, dass sie von Bleichert 1928 errichtet wurde...! Wahnsinn!^
^Scheinbar hatte das Unwetter am Vortag nicht nur auf der Winklmoos seine Spuren hinterlassen!^
^Die Ministütze 3 kurz vor der Bergstation.^
^Blick aus der Bergstation auf die Strecke und Bad Reichenhall.^
^Im kleinen Museum an der Bergstation hat es allerhand Interessantes.^
^Herstellerschild anno 1928
^Ich weiss nicht mehr genau wer es war, aber jemand aus dem Forum hat den Predigtstuhl zum Freilichtliftmuseum erklärt, sehr passend wie ich finde! Rechts sieht man noch die Bergstation des ESL Untere Schlegelalm, geradeaus ist die Talstation des Ropetow zu sehen und links ein Hüttchen mit unbekannter Funktion.^
^Bergstation ESL Untere Schlegelalm, erbaut 1957 von Pohlig, eine endgeniale Anlage!!^
^Talstation und Strecke des Ropetow, wurde wohl noch von den Amis errichtet.^
^Geschickt fotografiert, so dass im Hintergrund noch die Bergstation erkennbar ist
^Alte Bullygarage? Hat man da oben keinen Bully mehr?^
^Nochmal der Blick zum ESL Untere Schlegelalm, dazu aber später noch mehr.^
^v.l.n.r.: Bergstation ESL Untere Schlegelmulde, altes Hotel, PB-Bergstation, Talstation Ropetow und vorne (ehem.?) Bullygarage.^
^Unterwegs zum ESL Hochschlegel, münchner und vovo machten noch einen auf sportlich und liefen zügig voran, während ich mit meiner Großstadtlunge zu kämpfen hatte... Die "frische" Luft da oben ist für den Ruhrgebietler Gift.^
^Nach ein paar Minuten hat man dann den ersten Blick auf den ESL Hochschlegel, erst 1974 von PHB errichtet!^
^Auch hier hat man sich mit dem Talstationsgebäude um hohe Ästhetik bemüht. Holz statt Plastik
^Eigentlich wollte ich gerne bis zur Bergstation rauf, aber die beiden anderen hatten inzwischen völlig schlapp gemacht und schoben es auf ihre verschleppten Erkältungen... Ich denke eher, dass sich da das Alter bemerkbar gemacht hatte, immerhin war es fast 16 Uhr und der versäumte Mittagsschlaf forderte seinen Tribut!^
^Fast hatten wir den Lift in Gang gesetzt, da rief vovo von hinten und machte uns auf diesen Hinweis aufmerksam. Danach haben wirs dann besser mit dem Betrieb gelassen!^
^Einstiegsniederhalter^
^Durch ein Seitenfenster bekommt man immerhin einen kleinen Blick auf den Antrieb. Die Sesseln hat man auch noch alle vor Ort!^
^Scheint ein anderer Antriebsspannwagen als auf der Winklmoos zu sein, eher einer, wie er auch an der Rietburgbahn in Edenkoben verbaut ist.^
^Genial ist auch, dass die Talstation direkt am Abgrund Richtung Salzburg gebaut ist!^
^Hab ich schon erwähnt, dass mir die Stationsgebäude hier oben außerordentlich gut gefallen? Schön, dass so etwas hier oben noch erhalten geblieben ist! Ein Betrieb der Anlagen wäre natürlich absolut genial gewesen, aber diese Diskussion möchte ich hier jetzt nicht lostreten!^
^Zu zweit mussten sie mich davon abhalten, hier mit Werkzeug rumzuhantieren. Original PHB-Schilder, cool, hab ich so auch noch nicht gesehen glaub ich.^
^Blick auf die Strecke, schon witzig, dass man an so Hängen früher ESL verbaut hat.^
^Interessant auch der kleine Niederhalter, zu hoch darf da früher der Schnee auch nicht gelegen haben!^
^Zoom Richtung Bergstation: links die direkte Abfahrt retour und rechts die Abfahrt zum ESL Untere Schlegelalm.^
^Es ging wieder zurück.^
^Toller Blick auf irgendein Schneefeld auf irgendeinem Berg.^
^Altes Pistenschild? Eigentlich sollte hier aber keine Piste gewesen sein, Standort ist etwas unterhalb der DAV (?) Hütte.^
^Angekommen am vierten ESL des Tages (wenn man den kurzen Zwischenstop am Schanzenlift in Ruhpolding berücksichtigt).^
^Durch ein kleines Loch, das es schon zu darkstars Zeiten gab, bekommt man einen kleinen Einblick in die Bergstation.^
^Hier hat man scheinbar auch nicht den Antriebsspannwagen von der Winklmoos verbaut. Befindet sich die Abspannung dann in der Talstation? So eine Ausführung hatte der Südhang-ESL auf dem Rauschberg auch.^
^Urige Liftstation!^
^Drei Sessel waren am Seil, zwei draussen und einer in der Station. Schade, das hätte genau gepasst...^
^Rechts eine der Pisten.^
^Auch an diesem Lift wollte ich die andere Station besichtigen, daraus wurde diesmal aber auch zeitlich nichts! Die letzte Gondel fährt um 17 Uhr ins Tal und es war ja einiges auf dem Berg los!^
^Zumindest ein Zoombild auf die Talstation wollte ich machen, der Lift ist aber so steil, dass das einfach nicht möglich war!^
^"Besteigen verboten!"^
^"Schaukeln verboten!"^
^Reste einer alten Verbotstafel im Gras.^
^Nur für den Fall, dass der Lift irgendwann nochmal in Betrieb gehen sollte, ist eine Mitfahrt sowas von fest eingeplant! Momentan hat keiner der beiden ESL am Predigtstuhl TÜV.^
^Die Stützen sind von oben nach unten durchnummeriert, mal was anderes.^
^Das Gebäude ähnelt dem am Rauschberg sehr, quasi Pohligs Uni-G Design der 1950er.^
^Nochmal das Hüttchen unbekannter Funktion, vllt früher mal von der Bergwacht? Vom Ropetow ist es etwas zu weit weg.^
^Alte Karte in der Bergstation der PB.^
^Eine Gondel mussten wir abwarten, so groß war der Andrang. An den Seilen erkennt man auch, wie steil die Bahn weg geht!^
^Ausfahrt aus der Bergstation.^
^Direkt am Fels, wie baute man sowas 1927/28!?
^Die irrsinnig große Stütze 2.^
^Nach einer im Vergleich zur Bergfahrt sehr nervigen Talfahrt mit lauten, nervigen, unsinnigen Fragen und Kommentaren, nach der der Wagenbegleiter auch sichtlich die Schnauze voll hatte, ging der Tag so langsam zu Ende.^
^Letzter Blick auf die spektakuläre Trasse.^
^Als Abschluss hatten wir dann vor die Talstation des ehem. Stadtberglifts zu suchen. Es entwickelte sich zu einer kleinen Irrfahrt durch die Einbahnstraßen Bad Reichenhalls und orientieren konnten wir uns zunächst nur an diesem Schnappschuss, der die alte Trasse zeigt. Rechts am Bildrand sind die Stützen der PB zu erkennen.^
^Irgendwann kamen wir an diese Stelle, an der es nichts mehr zu sehen gab, an der wir aber eigentlich richtig waren. Früher muss etwa beim Wegweiser eine Treppe zur einige Meter weiter höher gelegenen Talstation des Pohlig ESL geführt haben. Für den Tag hat es dann aber gereicht.^
Den Tag ließen wir dann in einem der Biergärten Bad Reichenhalls ausklingen, bevor es über die A8 wieder Richtung Wolfsberglift ging. Etwas neidisch musste ich dann noch den letzten Planungen der beiden fü das geplante Sommerschi-Wochenende lauschen, während ich meinen Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung brachte. Notiz an mich selbst: 1l Wasser ist für so einen Tag zu wenig!
Insgesamt denke ich war es eine sehr gelungene Tour mit tollen Motiven und ausgiebigen Gesprächen. Es ist auch immer wieder interessant mal die Leute persönlich kennen zu lernen, deren Berichte man regelmäßig liest. Wenn der nächste Winter hält was er hoffentlich verspricht, wird sich sicher noch der ein oder andere gemeinsame Skitag ausgehen.