^Keine Sorge also, falls wer zuviel Holz vor der Hütte hat!
Das häufig sehr Unangenehme an einem Urlaub fern ab der eigenen Mietwohnung ist die lange Autofahrt, die zwischen sehr frühem Aufstehen am Morgen und dem verdienten Bier am Abend liegt. Umso erträglicher wird so eine Fahrt natürlich, wenn sie sich noch mit einem interessanten Zwischenstop versehen lässt! Was könnte also nach 639km Autobahn und dem dabei üblichen Wahnsinn entspannender sein, als eine Fahrt mit der Geißkopfbahn in Unterbreitenau
Am Morgen ging es also zeitig in Bochum los, sodass die Talstation gegen 13 Uhr erreicht werden sollte, da im Sommer Betrieb bis 16.45 Uhr angeboten wird, war also auch noch genug Knautschzone für evtl. Staus etc. Bei ausreichend Zeit und Lust war auch noch angedacht, die Silberbergbahn in Bodenmais anzufahren. Tatsächlich ging die Fahrt an diesem Freitag verhältnis zügig und staufrei voran, auch das angekündigte Sauwetter für weite Teile Deutschlands blieb zunächst aus und die Laune war entsprechend gut.
Dies änderte sich dann hinter Regensburg: etwa eine halbe Stunde vor Erreichen des Zieles kam ein Platzregen vom Himmel, die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Autobahn reduzierte sich auf 60km/h und die tiefschwarzen Wolken erstreckten in Fahrtrichtung soweit das Auge blicken konnte... So kurz vor dem Ziel machte sich schlagartig großer Mißmut breit, es wurde aber entschieden die Talstation dennoch anzufahren. Wie es dann in solchen Situationen manchmal so ist, sollte dieses Vorhaben aber immer wieder dem Scheitern nahe gebracht werden.
1. Rückschlag: Das Navi wies den Weg und zeigte endlich die lang ersehnte Autobahnausfahrt an, das Navi, dein Freund und Helfer... Erwähnte Silberbergbahn war bereits als zweites Ziel nach Zwischenstop an der Geißkopfbahn in den Speicher eingegeben und sollte entsprechend durch die Wirren des Bayrischen Waldes leiten. Aus einer Mischung von technischem Versagen (fast wäre das Gerät daraufhin in hohem Bogen aus dem Fenster geflogen!) und menschlicher Naivität ob dieses technischen Fortschritts, wurde ich in einem Bogen nach Verlassen der Autobahn wieder auf eben diese zurückgeleitet, natürlich auch in eine falsche Richtung. Also die nächste Ausfahrt wieder runter, zurückfahren und das Navi auf nur ein Ziel programmieren. Währenddessen regnete es weiter.
2. Rückschlag: Irgendwann nach Verlassen der Autobahn war eine Umleitung ausgeschildert mit dem Hinweis, dass die Straße Richtung Regen (toller Name bei diesem Wetter...) ab einer gewissen Stelle gesperrt sei. Regen? Haha, tolle Situationskomik... Mir wurscht, da will ich ja auch nicht hin! Denkste, wenige Kilometer vor der Talstation war die Straße voll gesperrt, mitten im Nirgendwo und jenseits der Sperrung schien doch nur die obere Schicht der neuen Fahrbahndecke zu fehlen. Das Vertrauen wurde erneut in das Navi gesteckt, schnell war eine kleine Umgehung der nächsten 2km gesperrter Straße gefunden. Eine komplette Umfahrung wäre ohne erheblichen Zeitaufwand nicht möglich gewesen, aber wie lang kann so eine Baustelle schon sein?
3. Rückschlag: Voller Stolz auf die eigene Idee, einfach parallel zu der gesperrten Straße zu fahren, ging es also weiter. Der Abstand zur Talstation verringerte sich immer weiter und wer hätte es gedacht, der Regen hatte aufgehört! Kurze Zeit später dann aber auch die Möglichkeit die Baustelle parallel zu umfahren, da diese Umfahrung wieder in die gesperrte Straße mündete... Was tun? Die Straße war kaum abgesperrt, ansich problemlos fahrbar und es fuhren dort einige Anlieger und auch andere verirrte Touristen. Die komplette Umfahrung hätte wie erwähnt eine gefühlte Ewigkeit gedauert, aber bevor man hier jetzt irgendwas versucht, sollte zunächst telefonisch erfragt werden, ob denn bei dem Wetter überhaupt noch Betrieb am ESL sei. Zu allem Überfluss gab es natürlich genau an dieser Stelle dann keinen Handyempfang und der Urlaub schien einen richtig schlechten Start zu haben...
Happy End: Um jetzt nicht weiter mit der Vorgeschichte zu nerven, ging es dann so weiter, dass schließlich mit einem Netzbalken die Auskunft erhascht werden konnte, dass der ESL in Betrieb sei, die Rodelbahn aber nicht. Die wenigen Kilometer unfertige Fahrbahn überstand das Auto problemlos (
^Talstation des ESL vom Parkplatz aus. Gebaut 1967 von PHB als Kombilift, wohl seit dem Bau der Rodelbahn nur noch als ESL in Betrieb
^Pistenpanorama^
^Blick auf 3/4 der Strecke, die Fotos sind aufgrund des Wetters mal wieder eher dunkel geworden.^
^Parallel zum ESL verläuft seit 1989 der so genannte Parallellift
^Einstieg^
^Die Anlage ähnelt der am Balsberg natürlich sehr stark, was die Fahrt noch um Einiges spannender macht!^
^Blick zurück zur Talstation, ausser den Bikern und einer Hand voll Fußgängern war nichts los.^
^Stütze des Parallellifts. Eigentlich eine Frechheit der PHB-Anlage gegenüber, dass man hier kapazitätsmäßig noch einen Verstärker errichtet hat.^
^Gemütlich geht es nach oben, nach 6 Std. Autobahn und dem Irrsinn auf den letzten Kilometern genau das Richtige!^
^Einer der formschönen Sessel.^
^Und natürlich die formschönen PHB-Stützen. Am leicht verschobenen Joch lässt sich noch der Betrieb als Kombilift erkennen.^
^...hier noch etwas besser erkennbar.^
^Für was wird der SL im Sommer benutzt, dass man ihn nicht abgebügelt hat?^
^Das Gebiet erschließt einen typischen Mittelgebirgshang, insgesamt gibt es 6 Anlagen, von denen 5 im Prinzip alle die gleichen 3 Abfahrten erschließen (s. Panorama oben).^
^Zwischenausstieg, an welcher die Rodelbahn beginnt. Durch das Wetter geschlossen, ich wäre aber ohnehin bis ganz rauf gefahren
^Dieser Fremdkörper von einer Liftstütze verschandelt die schöne Anlage doch etwas...^
^Etwa auf Hälfte der Strecke gibt es diesen Niederhalter, danach folgt ein leichtes Steilstück. Schade, dass es hier keine originalen PHB-Stützenschilder hat.^
^Blick auf den rechten Teil des Gebiets: hinter der aufgehäuften Schanze sieht man den Nordhanglift, ganz hinten auf der Lichtung verläuft der Riegellift, welcher eine rote und eine schwarze Piste erschließt. Sicher eine Anlage, durch die man hier gut einen halben Tag verbringen kann.^
^Durch das kleine Waldstück verläuft eine der vielen Bikerouten.^
^Wer es etwas heftiger mag.^
^Richtung Bergstation wurde das Wetter wieder schlechter, von der Stimmung her fast so wie beim Besuch am Balsberg im Februar.^
^Kurz vor der Bergstation. Der freundliche Mitarbeiter an der Stütze grüßte mit So trifft man sich mal auf Augenhöhe
^Rechts einige der Retter des Tages und die Umlenkung des Nordhanglifts.^
^Man könnte meinen, die alte Dame von 1967 hätte nach 20 Jahren Gesellschaft gebraucht.^
^Und die formschöne starre Umlenkung darf natürlich auch nicht fehlen
^Umlenkung des Parallellifts, ebenfalls nicht abgebügelt.^
^Von hier oben kann man wohl in den ein oder anderen Wanderweg einsteigen, evtl. führt einer der Waldwege auch nach Mittelerde?!^
^Da es oben nicht wirklich viel zu machen gab, wurde ein Milchkaffee getrunken und (zur Abwechslung) ein paar Liftfotos gemacht: hier die Umlenkung des Nordhanglifts.^
^Biker im Anflug!^
^Ehem. Kombilift-SL-Ausstieg.^
^Wieder bei der Talfahrt.^
^Schade, dass bei uns im Sauerland nicht noch so eine Anlage steht.^
^Panorama war an diesem Tag nicht wirklich angesagt, durch die skeptischen Blicke der Biker fühlte man sich ohne Drahtesel bei so einem Wetter auf dem ESL schon fast deplaziert.^
^Niederhalter^
^Ich versuche mich mal an einem Tip: ist das ein Heuss-SL?^
^Zwischeneinstieg^
^Der Zwischeneinstieg war besetzt, der Liftler tat mir schon leid! Wenn man sich nicht stundenlang beschäftigen kann, macht einen sowas doch mürbe.^
^Viel zu schnell war die Talstation dann fast wieder erreicht.^
^Was natürlich nicht fehlen darf, ist ein Bild des typischen Pohlig-PHB Antriebsspannwagens
^Sehr gut weiss auch dieser Portalniederhalter zu gefallen, davon hat es am Balsberg gleich 4 Stück.^
Bei den 'Recherchen' bei liftworld war natürlich auch der Forsthauslift I ins Auge gestochen, da er auch von PHB errichtet wurde. Somit bestand das Gebiet in seiner Frühphase wohl lediglich aus dem Kombilift und dem kurzen Forsthauslift, welcher wohl mal ein PHB-Teleskopstangenlift gewesen sein dürfte (die Diskusion hatten wir hier).
^Mittlerweile hat man diesen auch gedoppelt.^
^Vorne Forsthaus I (PHB), hinten II (DM 2003)^
^Motivspielerei der Münchner Schule (der Durchgang links war übrigens nicht gesperrt...).^
^Antrieb des PHB-Lifts.^
^Strecke der parallelen Anlagen. An der Bergstation kann man in den Nordhanglift umsteigen, um bis zur Bergstation des ESL zu gelangen.^
^Zoom^
^Wurde nachträglich auf normale Langbügel (oder hat er was anderes?) umgerüstet.^
Während der Rückfahrt waren noch einige Lifte ausgeschildert, da die Anfahrt zum Geißkopf aber doch zeit- und nervenaubender gewesen war als erwartet, wurden diese ausgelassen und auch der Ausflug zur Silberbergbahn (SEBA DSB 1977) verworfen. Lediglich ein kurzer Fotostop wurde noch eingelegt. Mitten auf einem Golfplatz schien ein robuster Schlepper zu stehen, da der Parkplatz direkt an der Straße lag, wurde dort kurz Halt gemacht. Google hat mittlerweile verraten, dass es sich dabei um den Deggendorfer Golfplatz handelt. Es war recht viel los und als ich losfotografieren wollte, tauchte direkt neben mir ein gut bekleideter Mann auf. Um Mißverständnissen zu entgehen, warum jemand vom Parkplatz aus Fotos machen könnte, sprach ich ihn direkt an, ob der Lift im Winter in Betrieb und öffentlich zugänglich sei. Beides bestätigte er mir sehr freundlich und ich schob zur Sicherheit noch die Frage nach, ob ich den Lift kurz fotografieren dürfe. Seine Reaktion werde ich in der Form wohl kein zweites Mal erleben: er schaute mich verwundert an und "erlaubte" es mir in einer Art und Weise, als sei es das natürlichste der Welt Liftanlagen zu fotografieren
^Talstation und unterer Streckenteil des STEMAG-Lifts. Hat da jemand den Liftnamen parat?^
^Links am Bildrand befindet sich schon die Bergstation.^
^Bergstation^
Die letzten 2 Stunden verliefen dann problem- und umleitungslos und am Abend wartete schließlich das verdiente Helle