Am Vorabend hatte ich noch etwas Hektik - versprach der Wetterbericht vom Stelvio selbst nur Nebel und gar Neuschnee bis zur Passhöhe hinab (und ich hab nur Sommerreifen drauf). Etwas ängstlich schaute ich dann am Morgen aus dem Fenster und sah neben einigen Nebelfestzen jedoch auch einzelne, blaue Lücken. Gewissheit sieht anders aus. Da ich noch niemals in meinem Leben einen derart hohen Pass gefahren hatte, malte ich mir schon aus irgendwie ins Tal zu stürzen. Zum Glück präsentierte sich das Wetter jedoch in Bestform - entsprechend auch die Straßenverhältnisse.
Quickfacts:
Wetter: Auf der Passhöhe nur knapp unter 0°C am Morgen, später deutlich über dem Gefrierpunkt. Im Skigebiet beständig kalt. Ansonsten Sonnig mit nur wenigen durchwandernden Nebelfetzen.
Schneelage: Gute Frage, Eis kam jedenfalls nirgends zum Vorschein. Ich schätze mal von 25cm an der Talstation Geisterlift aufwärts.
Pistenzustand: Griffig mit dünner Pulverschneeauflage, blieb den ganzen Tag so.
Wartezeiten: Geisterlift Talstation keine, Geisterlift Zwischeneinsteig 3-4 Minuten, Payerlift 10-15 Minuten, Cristallolift 1-2Minuten
Zwar wabberten in den Hochlagen noch einige Nebelfelder herum, das blau des Himmels dominierte jedoch schon am frühen Morgen das Wetter.
Zumindest die Seilbahn zum Livrio ist schon mal per Zoom einzufangen - daher wohl nur einige flache Nebelbänke...
...denen sollte die Sonne jedoch schnell den Gar ausmachen. Bis zur Passhöhe hatte es zudem offensichtlich nicht geschneit.
Auf der Passhöhe angekommen - mein erster Kontakt mit dem im Forum umgangssprachlich als Italo-Trash bezeichneten Strukturen. Gewöhnungsbedürftig, aber auch einzigartig.
Pistenplan. Geöffnet waren alle Anlagen, jedoch nur die Abfahrten an den Schleppliften sowie zusätzlich eine Umfahrung an den Geisterliften. Schnee gab es jedoch bis zur Mittelstation. Einige wenige sind dort auch hinunter.
Weltneuheit bleibt Weltneuheit - auch wenn die Fenster mittlerweile reichlich verkratzt sind (passt aber irgendwie zum Skigebiet).
Der verbliebene, offenbar relativ spaltenarme Zungenrest des Ebenferners. Die Spur des Bullis haben einige zur Abfahrt genutzt.
Erster Blick zur Geisterspitze samt gleichnamigen Doppel-SL. Schnee bis unten hin und anhand der relativ wenigen, sichtbaren Spalten offensichtlich auch in ausreichender Menge. Die Rennläufer haben sich schon breit gemacht. Für Normalos bleibt nur die rechte Abfahrt. Rechts ist auch die flache Verbindungsabfahrt vom Payerlift zur erkennen - mangels Beschilderung und massig Absperrungen hab ich das zunächst kaum gefunden. Da der Lift ziemlich schnell lief war die sichtbare Schlange halb so Wild, höchstens 3-4 Minuten.
Tor an Tor
Blick ins frühherbstliche Richtung Etschtal, wo zur Zeit die Apfelernte auf Hochtouren läuft.
Es braucht dringend mehr Schnee in der Trasse bis zum Zwischeneinstieg. Ich bin eigentlich nicht besonders klein oder leicht, aber der Bodenabstand ist teils so groß, das ich den Teller nicht mehr zwischen meinen Beinen halten konnte ohne abzuheben! Alles andere als bequem! Hier muss seit dem letzten Jahr massig Eis geschmolzen sein. Das die Liftstützen nun auf Hügeln stehen ist nicht ganz das Wahre.
Geisterlift vs. Ortler
Von den ersten Abfahrten am Geisterlift gibt’s leider keine Bilder. Zu perfekt waren die Bedingungen. Auf einer griffigen aber nicht eisigen Grundlage lagen noch rund 2cm pulvriger Neuschnee, was soll man da sagen?
Wechsel in Richtung Payer/Cristallo
Am SL-Payer waren, wohl aufgrund der Neigung, noch bedeutend mehr Rennfahrer unterwegs als an den Geisterliften. Entsprechend hier auch die größten Wartezeiten - bis zu 15min. Zudem war bis auf die blaue Umfahrung auch alles mit Slalomstangen belegt - schön, damit hatte ich gerechnet. Entsprechend war ich vorerst am Cristallolift gefangen - hier jedoch keine Absperrungen und höchstens 2min Wartezeit. Da ist es doch akzeptabel hier gefangen zu sein!
Der Ausstieg am SL-Payer höchst Heikel, 10cm weniger Schnee und auweia. Krass das vor wenigen Jahre noch der Ausstieg an der letzten Stütze möglich war.
Für den Publikumsverkehr geöffnete Abfahrt am Payerlift. Im Hintergrund Cristallo. Wo soll hier ein Eissturz drohen?
Blick in Richtung Talstationen der beiden Lifte. Lag die Talstation Payer eigentlich noch kürzlich in Pistenhöhe? Mittlerweile sind das schon einige Meter die man zum Einstieg bergauf fahren muss.
Schwenk nach rechts in Richtung Cristallo. Dazwischend die gut besuchte Loipe.
Herbstkontraste am Cristallolift.
Und gleich nochmal.