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Eine ausführliche Charakterisierung des Gebiets um die Schlossalm habe ich in meinem letztjährigen Bericht verfasst, deshalb gibt es heuer etwas weniger einleitende, beschreibende Worte. Der alljährliche Besuch im Gasteiner Tal darf nicht fehlen, bleibe ich doch stets bei meiner Einschätzung, dass die langen, attraktiven Abfahrten mit großen Höhenunterschieden von bis zu 1461 Höhenmetern das Gebiet zu einem der Stärksten der Umgebung machen. Da ist man auch die Tatsache zu verschmerzen, dass die Höhepunkte mitunter etwas auseinander liegen.
Das Wetter ist letzten Samstag prächtig, ein absoluter Bilderbuchtag ohne eine einzige Wolke über den ganzen Tagesverlauf. Frühlingshaft mild ist es auch, sodass insbesondere die Südhänge entlang der Kaserebenbahn wiedermal dem Wasserski näher als dem Alpinski sind. Auf der Schlossalm sind die Pisten recht griffig, die Hohe Scharte teils eher hart und abgefahren, der Aeroplanhang vormittags dafür in den oberen zwei Dritteln genialst. Etwas enttäuschend sind die Verhältnisse am Stubnerkogel, hier ist alles ziemlich verblasen und demnach abgefahren, da habe ich schon wesentlich Besseres erlebt und muss dafür auch kleine Abzüge in der Tageswertung einfließen lassen.
Dennoch – insbesondere aufgrund des Wetters – einer der Top-Skitage der Saison. Zum Vergleich: Obertauern gestern war letztlich ähnlich gut, der Schnee besser, das Wetter nicht ganz so perfekt (aber fast). Ich vergebe heute 5,5 von 6,0 Punkten. Geöffnet ist übrigens bis auf die Talabfahrt nach Bad Gastein (welch Wunder) und einige Varianten nach Hofgastein (alle außer Aeroplan, also auch wie immer) derzeit noch alles. Ein bisschen hält die Talabfahrt zur Standseilbahn auch noch durch, aber das späte Saisonende im April wird sie wohl nicht mehr erleben, dafür ist die Schneelage zu dürftig. Wartezeiten sind am Bettenwechsel-Samstag auch Fehlanzeige, höchstens ein paar Minuten auf die nächste Fahrt bei SSB und PB, ansonsten immer nur ein paar Sessel/Kabinen.
Wie meistens im Gasteiner Tal beginnt der Skitag im Grünen, im Frühjahr fühlt man sich schon fast sommerlich.
Die Westhänge sind bereits komplett aper.
Doch oben liegt sicherlich noch genug von der weißen Pracht, deshalb wenden wir uns der Standseilbahn zu, die einen hinauf zur Mittelstation Kitzstein bringt und den ersten Teil der Zubringerkette zur Schlossalm bildet. Mittelfristig muss sie wohl einer EUB weichen; ich bin gespannt auf die Trassenführung, das wird dank Bahnstrecke und Hochspannungsleitung wohl keine 0815-Trassierung werden.
Von der Mittelstation führt entweder eine alte DSB und eine weitere SB im Anschluss oder die Pendelbahn hinauf zur Kleinen Scharte. Letztere überwindet die gut 700 Höhenmeter in ein paar Minuten. Hoffentlich lässt man sie beim Neubau der Zubringeranlagen in ein paar Jahren stehen, ich mag sie gerne und widme ihr hier eine kleine Bilderserie.
Oben angekommen liegt einem die Schneeschüssel der Schlossalm zu Füßen, das obligatorische Standardbild darf nicht fehlen.
Weitmoserbahn, Schlosshochalmlift und Gadauner Hochalm. Welcher Gipfel ist das ganz im Hintergrund genau über der Scharte? Irgendwas zwischen Hocharn und Schareck, ich kann aber lediglich vermuten.
Stubnerkogel-Standardblick
Die Weitmoserbahn erschließt das flache Almgelände.
Nördliche Ausläufer der Ankogelgruppe
Hamburger Skihütte, nach 15:00 will man hier offenbar keine Gäste mehr?
Schlosshochalm mit BS Kasereben vor Stubnerkogel
Hohe Scharte, höchster Punkt im Gebiet auf 2304 m und lange Hintenrumabfahrt mit über 6 km Länge (GPS-Messung) und 1450 Hm.
Blick zurück zum Bergstationskomplex Kleine Scharte mit neuer Gaststätte und dem Dachstein im Hintergrund.
Von der Hohen Scharte sieht man in der Tauern mit dem Stubnerkogel genauso wie in den breiten Kessel der Hintenrumabfahrt und zum Tennen- und Hagengebirge.
Entlang der Abfahrt nach Hofgastein bieten sich vielfach sommerliche Weiß-Grün-Kontraste.
Nach der Wiederauffahrt in den Winter geht es weiter zum Stubnerkogel, hier in der Totalen mit seinen vielfältigen Möglichkeiten auf der Nordseite, erschlossen durch Senderbahn, Angertalbahn und Jungeralmbahn, der ersten 4 KSB in Österreich.
Die Senderbahn ist eine geniale Neuerung – dieses Urteil erlaube ich mir nun nach ein paar Jahren Betrieb. Dass die Senderabfahrt an Einsamkeit und Exklusivität verloren hat kann man in Anbetracht der enormen Vorteile verschmerzen. Eine tolle Trassierung entlang des Grats, ein großer Höhenunterschied von über 1000 Hm, dazu vielfältige Abfahrtsmöglichkeiten in diverse Richtungen. Das alles ist nun schnell erreichbar, ein Umsteigen von der einen Sesselbahn in die andere mit langem Ziehweg dazwischen ist nicht mehr nötig.
Den Sinn des Stubnerkogel-Neubaus kann ich hingegen nicht ganz nachvollziehen. Kapazitätsprobleme gab’s keine, vielleicht war die Bahn technisch nicht mehr in bestem Zustand. Nur zur Komfortmaximierung lohnen sich 15 Millionen Euro wohl eher nicht. Zumal die Talabfahrt nach wie vor nur auf dem Pistenplan existiert… Auch wenn ich zugeben muss, dass das Orange den vorherigen Betonklötzen sehr gut tut.
Darüber kann man die Bergstation der Goldbergbahn auf 2650 m erkennen.
Die neue Hängebrücke wird übrigens ziemlich stark frequentiert, da war teilweise einiges los.
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Am Gegenhang blickt man über das Skigebiet Graukogel, Austragungsort der Snowboard-Weltcuprennen, sieht eigentlich gar nicht mal uninteressant aus, auch wenn das Gebiet nur aus Waldschneisen besteht, was nicht ganz dem Eindruck des Pistenplans entspricht.
Einen ganz verborgenen Schlepper gibt’s am Stubnerkogel auch noch, den Burgstalllift, an dem man eher selten vorbeikommt.
Die Zeit schreitet voran, der Rückweg zur Schlossalm steht an, wo wir noch einige Abfahrten machen, bevor es nach abschließender Pause wieder zurück ins Tal geht, um äußerst zufrieden die Heimfahrt anzutreten.